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IM Frankfurt – Rennbericht Teil 3: Laufen

Nach 6:06:03 Stunden erreichte ich die zweite Wechselzone. Das Rad wurde mir abgenommen und ich konzentrierte mich darauf, dass ich meinen Laufbeutel vom richtigen Ständer nehme. Die netten Helferinnen in der Wechselzonen hatten meinen Laufbeutel aber schon in der Hand und ich konnte in aller Ruhe meine Kompressionsstrümpfe (ich liebe diese Dinger) und Laufschuhe anziehen. Schnell noch einen Becher Wasser über den Kopf und los ging es auf die letzten 42, 2 Kilometer. Es waren insgesamt 4 Runden a 10,5 Kilometer zu laufen. Das Loslaufen funktionierte wunderbar und die Beine fühlten sich sehr leicht an. Ich dachte schon, dass ich den kritischen Pfad überwunden hätte und nun das Rennen erst richtig los ging. Kaum hatte mich dieser Gedanke verlassen, quälten mich starke Krämpfe in beiden Beinen. Die Krämpfe waren so schlimm, dass ich schon fast ans aufgeben gedacht hatte. Nach einigen Metern gehen und einem Powergel hatte ich die Beine wieder in den Griff bekommen. Die erste Runde habe ich dann noch recht zügig mit einigen Krampfattacken hinter mich gebracht und der Schnitt von 4:37 min/km lies auf einen schnellen Marathon hoffen. In der zweiten Runde jedoch wurden die Krampfattacken häufiger und zwangen mich zu längeren Gehpassagen. Das merkte man dann schon an der Zeit. 4:58 min/km war nur noch der Schnitt in Runde 2. Das sollte aber leider nicht die schlechteste Runde sein. Runde 3 hat mir dann das Ticket für Hawaii versaut. Durch weiter anhaltende Krampfattacken mußte ich noch längere Gehpassagen einlegen und wollte mich nur noch hinlegen. Aufgeben jedoch war im Trainingsplan nicht enthalten, deswegen mußte es weiter gehen. Für Runde hatte ich dann einen gnaz mageren Schnitt von 5:29 min/km. Für die letzte Runde hatte ich nur noch einen Gedanken. Alle Kräfte mobilisieren und Gas geben was geht. Entweder ich komme mit letzten Kräften noch an einen Hawaiiplatz, oder ich gehe in der letzten Runde unter. Zu verlieren hatte ich nichts mehr. Der Körper schmerzte jedoch schon ganz schön und die letzten Kilometer waren unendlich lang. Abgeschlossen habe ich die letzte Runde dann mit einem Schnitt von 5:15 min/km. Auf den letzten Metern wollte ich noch eine Dreiergruppe überholen und ins Ziel stürmen. Aber auch dieser Angriff mußte gestoppt werden, da ich wieder von Krämpfen durchgeschüttelt wurde. Nach 9:43:06 Stunden erreichte ich dann das Ziel. Einerseits sehr glücklich, da ich nicht aufgegeben habe und immer an meine Ziele gedacht habe. Anderseits traurig, da ich im Ziel schon spürte, dass es wieder einmal nicht für Hawaii gereicht hatte. Das Motto meiner Trainerin habe ich aber trotzdem befolgt: „Finish with a smile.“


IM Frankfurt – Rennbericht Teil 2: Radeln

Endlich erschien mir der Weg in die Wechselzone. Auf halbem Wege habe ich mich schon teilweise aus dem Neo geschält. Beim Rad angekommen, habe ich dann wertvolle 46 Sekunden verloren, da sich der Neo am Zeitchip verklemmt hat. Als ich den Neo endlich vom Körper hatte, ging es in die zweite Runde. Helm auf, das Rad in die Hand und nach der Aufsteiglinie habe ich mich auf das Rad geschwungen. Nach ein paar hundert Metern schlüpfte ich in meine Radschuhe und merkte gleich, dass die nächsten Stunden verdammt hart werden würden. Von der erwarteten lockeren Beinen war leider nichts zu spüren. Die ersten 12 Kilometer nutzte ich um die Beine zu prüfen und heraus zu finden, was los ist. Das Forschen hat zu keinen Erkenntnissen geführt und ich habe es dann erstmal mit Druck versucht. Somit habe ich die ersten 12 Kilometer mit einem Schnitt von 39 km/h gefahren. Danach ging es in die Erste von zwei absolvierenden Runden. Die erste Runde konnte ich noch mit Druck und Kampf mit einem ordentlichen Tempo von 37,8 km/h hinter mich bringen. Zu dieser Zeit war ich noch sehr zufrieden, da ich an den Anstiegen fast nicht aus dem Sattel gehen konnte, wegen Krämpfen in den Beinen. In der zweiten Runde musste ich dann dem zunehmendem Wind und den immer mehr krampfanfälligen Beinen stellen. Deshalb reichte es dann nur noch zu einem Schnitt von 34,3 km/h. Trotz dieser widrigen Umstände habe ich meinen Traum erreicht! Ich wollte unter fünf Stunden die 180 Kilometer fahren. Mit 4:58:11 Stunden konnte ich mehr als zufrieden sein. Nicht aber mit dem Zustand meiner Beine.


IM Frankfurt – Rennbericht Teil 1: Schwimmen

Um 4:00 Uhr klingelte der Wecker! Danach war ich sofort munter. Gegen 4:30 Uhr habe ich mit meinem Bruder ein kurzes Frühstück eingenommen und anschließend sind wir mit den Mountainbikes zum Schwimmstart gefahren. Dort angekommen habe ich in der Wechselzone mein Rad überprüft und bin noch mit Faris pinkelngegangen. Dann war es auch schon Zeit in den Neoprenanzug zu schlüpfen und sich zum Schwimmstart zu begeben. Bevor ich ins Wasser bin habe ich noch meinen persönlichen Fanclub gesehen. Jetzt stand noch Einschwimmen, gute Startposition suchen und die Nationalhymne auf dem Programm, bevor der Startschuss ertönt. Punkt 6:45 Uhr wurde die Meute losgelassen. Ich mit der Startnummer 305 unter den Profis und weiteren 300 Altersklassenathleten. Nach ca. 400 Metern gingen die Probleme unerwartet schon los. Erste Krämpfe in den Waden und Oberschenkeln. Damit hatte ich nicht gerechnet. Auch die Arme fühlten sich sehr schwer an. Ich wunderte mich, dass sich diese Probleme schon nach ein paar Hundert Metern zeigten. Leider kamen nach ca. 1000 weiteren Metern noch weitere Probleme dazu. Mir wurde es immer schlechter und ich musste die Fische füttern. Ich sehnte mich nach dem kurzen Landgang, der nach 2,2 Kilometer zu absolvieren war. Leider konnte ich den Landgang nach einer Schwimmzeit von 35 Minuten nicht zur Erholung nutzen, da ich vor lauter Krämpfen nicht wusste, wie ich wieder ins Wasser kommen sollte. Irgendwie hat es dann doch geklappt und ich wunderte mich über diese schnelle Zeit. Die restlichen 1,6 Kilometer waren jedoch eine einzige Qual. Übelkeit und Krämpfe wechselten sich ab und nach 1:04:09 Stunden hatte ich endlich wieder Boden unter den Füssen. Trotz der ungewohnten Probleme ist dies meine beste Schwimmzeit, die ich bis jetzt je in einem Wettkampf geschwommen bin. Fast 11 Minuten schneller als letztes Jahr beim IM in Zürich. Sehr beschwerlich war der Anstieg zur Wechselzone, da ich alle paar Meter von weiteren Krämpfen geplagt wurde.